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2.3 Arbeit mit Modellen - Modellkritik - ModellkritikDie Verwendung von Modellen im Unterricht schließt Modellkritik ein. Modell und Original werden gegenüber gestellt, um die Bezüge und Abweichungen zu erfassen. "Den Schülern soll klar werden, warum man statt der Realobjekte Modelle einsetzt, inwieweit die Modelle die Realität repräsentieren und in welchen Punkten sie von der Realität abweichen" ( Eschenhagen/Kattmann/Rodi, 1993, S. 244-245). Grenzen und Übertragbarkeit von Modellen auf die Realität bleiben dadurch im Blickfeld, unzutreffende Vorstellungen werden vermieden. Nicht nur das Parallelisieren von Orginalen und Modellen, auch der Vergleich mehrerer Modelle zur Verdeutlichung eines Phänomens ist geeignet, die eingeschränkte Repräsentation eines Originals durch ein Modell zu verdeutlichen. Zugleich kommt dies dem Verständnis des Phänomens durch die Lernenden zugute. |
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Stark reduzierte Modelle bergen die Gefahr, dass maßgebliche Informationen für das Verständnis des beschriebenen Vorgangs "unterschlagen" werden. Abbildung 2.3.1 zeigt als Modellbeispiel die "Änderung des Aggregatzustands". ![]() Abb. 2.3.1 Die Reduktion ist ein notwendiger Schritt bei Modellbildung. Das Maß der Reduktion richtet sich nach der Sachstruktur des Gegenstands, der Verstehensleistung der Lerngruppe und dem zu veranschaulichenden Sachverhalt oder Merkmal. Grundsätzlich geht das Bemühen dahin, möglichst nahe an der Realität zu bleiben. Darin ist jedoch gleichzeitig ein Verstehensproblem angelegt, denn "realitätsnahe Darstellungen verleiten stärker als abstrakte Modelle dazu, an ihnen gemachte Beobachtungen kritiklos auf das Original zu übertragen" ( Meyer, 1990, S. 9). Modelle sollten dem aktuellen fachwissenschaftlichen Kenntnisstand entsprechen. Sie sind deshalb häufig nur vorläufig. Mit dem Zuwachs von Wissen müssen auch die Modelle zu ihrer Erklärung oder Veranschaulichung geändert oder aufgegeben werden. Die Vorläufigkeit mancher Modelle muss deshalb bei der Modellkritik bewusst gemacht werden. Der Umgang mit Modellen, vor allem die Modellkritik, erschließt Lernmöglichkeiten über den Fachunterricht hinaus. Der durch Modellkritik und Modellbildung gewonnene Einblick in Verstehensprozesse und das Wissen um die beschränkte Gültigkeit abgeleiteter Aussagen trägt zur Mündigkeit der Schüler bei und bereiten sie auf die Zukunft vor ( Meyer, 1990, S. 7). |
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© 2003 Universität Oldenburg. Verfasser: Knut Engeler, überarbeitet von Jan de Haas und Elke Sander. Verbundprojekt eL3 der Universität Oldenburg und des FIM-NeuesLernen - Universität Erlangen-Nürnberg - gefördert durch das BMBF (FKZ: 08NM086),, 05.07.2003 |
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